Hoch geordnet und vital – Querschnitt durch einen Knochen

In einem hoch geordneten, vitalen System geben parallel verlaufende Röhrchen, aufgebaut aus Knochenzellen und verkalktem Matrixgewebe, den Knochen der Arme und Beine ihre Festigkeit und Belastbarkeit. Innerhalb jedes einzelnen Gewebe-Röhrchens liegen die Knochenzellen in konzentrischen Ringen um einen zentralen Kanal angeordnet.
Von dort aus werden die Zellen jedes Knochenröhrchens – so genannte Lamellen – mit Nährstoffen versorgt, so dass sich das Gewebe ständig erneuern und bei Beschädigungen selbst reparieren kann.
Das Foto auf diesem Motiv zeigt einen Querschnitt durch einen Knochen mit einer Gesamtbreite von etwa 1 mm. Jedes einzelne dieser Röhrchen, die im Mikroskop wie Querschnitte durch einen Baum aussehen, hat einen Durchmesser von 100 bis 400 µm. Die Kanälchen in der Mitte der Röhrchen sind durch die Aufbereitung leergewaschen.
Zur Herstellung eines solchen mikroskopischen Präparats wird das Gewebe konserviert, tiefgefroren und anschließend in Gewebescheiben von etwa 2 µm (2/1000 mm) geschnitten. Dieser Gewebeschnitt ist zunächst praktisch farblos. Durch Anfärbung mit Thionin und Pikrinsäure, der klassischen Färbetechnik für Knochengewebe, werden die Strukturen sichtbar gemacht.
In der Firma Johannes Lieder GmbH, die seit über 50 Jahren wissenschaftliche Präparate für Schulen und Universitäten, für Lehre und Forschung herstellt, und die dieses Foto für Touch of Science zur Verfügung gestellt hat, werden diese Präparate durch Akademikerinnen und Akademiker hergestellt, die teilweise auf eine jahrzehntelange Erfahrung in dieser Arbeit zurückblicken.