Rückenmark – Nervenbahnen für Bewegung und Gefühl

Nur Nervenbahnen sind auf diesem Bild zu sehen, fast keine Zellen und keine Zellkerne. Die Strukturen links im Bild sind in Längsrichtung angetroffene Bahnen, die Punkte und Kreise bezeichnen Nervenfasern und ihre Umhüllungen, die im Querschnitt angetroffen wurden.
Das Präparat stammt aus der weißen Substanz des Rückenmarks (Substantia alba), in dem die Nervenbahnen für die Steuerung der Muskeltätigkeit aus dem Gehirn in die Peripherie verlaufen, ebenso wie die Nervenbahnen für die Weiterleitung sensiblen Wahrnehmungen wie Kälte, Wärme, Berührung, Druck, Schmerz, Lage, Muskelspannung aus der Peripherie zurück ins Gehirn.
Zur Herstellung eines solchen mikroskopischen Präparats wird das Gewebe konserviert, tiefgefroren und anschließend in Gewebescheiben von etwa 2 µm (2/1000 mm) geschnitten. Dieser Gewebeschnitt ist zunächst praktisch farblos. Durch Anfärbung mit Silbernitrat wurden die Nervenfasern sichtbar gemacht. Diese Färbung wurde im 19. Jahrhundert von Camillo Golgi entwickelt und nach ihm benannt.
Golgi wurde für seine intensive Erforschung des Nervensystems im Jahr 1906 mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt.
Hoch geordnet und vital – Querschnitt durch einen Knochen
In einem hoch geordneten, vitalen System geben parallel verlaufende Röhrchen, aufgebaut aus Knochenzellen und verkalktem Matrixgewebe, den Knochen der Arme und Beine ihre Festigkeit und Belastbarkeit. Innerhalb jedes einzelnen Gewebe-Röhrchens liegen die Knochenzellen in konzentrischen Ringen um einen zentralen Kanal angeordnet. Von dort aus werden die Zellen jedes Knochenröhrchens – so genannte Lamellen – mit Nährstoffen versorgt, so dass sich das Gewebe ständig erneuern und bei Beschädigungen selbst reparieren kann.
Das Foto auf diesem Motiv zeigt einen Querschnitt durch einen Knochen mit einer Gesamtbreite von etwa 1 mm. Jedes einzelne dieser Röhrchen, die im Mikroskop wie Querschnitte durch einen Baum aussehen, hat einen Durchmesser von 100 bis 400 µm. Die Kanälchen in der Mitte der Röhrchen sind durch die Aufbereitung leergewaschen.
Zur Herstellung eines solchen mikroskopischen Präparats wird das Gewebe konserviert, tiefgefroren und anschließend in Gewebescheiben von etwa 2 µm (2/1000 mm) geschnitten. Dieser Gewebeschnitt ist zunächst praktisch farblos. Durch Anfärbung mit Thionin und Pikrinsäure, der klassischen Färbetechnik für Knochengewebe, werden die Strukturen sichtbar gemacht.
In der Firma Johannes Lieder GmbH, die seit über 50 Jahren wissenschaftliche Präparate für Schulen und Universitäten, für Lehre und Forschung herstellt, und die dieses Foto für Touch of Science zur Verfügung gestellt hat, werden diese Präparate durch Akademikerinnen und Akademiker hergestellt, die teilweise auf eine jahrzehntelange Erfahrung in dieser Arbeit zurückblicken.